Tipps und Tricks in Tapezierschritten

Vorbehandlung des Untergrundes

Um ein optimales Tapezierergebnis zu erzielen ist die richtige Untergrundvorbehandlung sehr wichtig. Grundsätzlich sollte der Untergrund trocken, glatt, fest sauber, trag- und saugfähig sein. Wenn der Untergrund diese Eigenschaften besitzt geht das Tapezieren leicht von der Hand. Häufig ist die Vorbehandlung des Untergrundes aufwändiger als das Tapezieren selbst, allerdings ist sie unerlässlich. Unebenheiten und Risse müssen verspachtelt werden, gestrichene Wände geprüft und gegebenenfalls grundiert werden. Vorher sollten auf jeden Fall die alten Tapeten restlos entfernt werden. Wenn die alte Tapete spaltbar oder trocken abziehbar ist, ist dies schneller und müheloser. Ansonsten kann man die alten Tapeten mit Wasser oder Tapetenablöser besprühen. Nach der Weichzeit können die Tapete in Nullkommanix entfernt werden. Noch schneller können die Tapeten mit einem Heißdampf-Ablösegerät entfernt werden. Der Untergrund sollte nach der Trocknung mit einem Tiefgrund gefertigt werden. Altanstriche (Dispersions-, Öl- und Lackfarben) sollte zunächst geprüft werden, ob sie mit dem Untergrund fest verbunden sind. Mit einem Klebbandtest kann man die Festigkeit prüfen. Hierzu kleben die ein Stück von dem Klebeband auf die Wand, gut andrücken und ruckartig wieder abziehen. Wenn Rückständige auf dem Klebeband zu sehen sind, ist die Farbe nicht mit dem Untergrund verbunden und der Altanstrich muss entfernt werden. Wenn Löcher und Risse verspachtelt wurden und der Untergrund mit dem Tiefgrund behandelt worden ist, kann tapeziert werden.

Neuputz

Neuputz sollte nach sechs Wochen vollständig trocken sein. Bestehen Zweifel, sollte eine 50 x 50 cm große Fläche mit einer Abdeckfolie und Klebeband für ca. 12 Stunden abgeklebt werden. Hat sich nach dieser Zeit Feuchtigkeit gebildet, sollte der Raum noch eine Weile gut gelüftet werden. Ein Neuputz ist ein stark saugender Untergrund, daher sollte der Untergrund mit einem Tiefgrund gestrichen werden um die Saugfähigkeit zu verringern. Anschließend wäre ein Tapetegrund ratsam. Der Untergrund erhält dadurch einen gleichfarbigen Untergrund, sodass keine Schattierungen durch die Tapete erkennbar sind.

Anfertigungsnummer der Tapete

Die Anfertigungsnummer der Tapeten steht auf den Beipackzettel jeder Tapetenrolle. Verschiedene Anfertigungen sollten nicht auf einer zusammenhängenden Wandfläche tapeziert werden, da geringe Farbabweichungen nicht ausgeschlossen werden können.

Tapete Zuschneiden

Bevor die Tapeten auf Länge zugeschnitten werden, sollte die Anfertigungsnummer wegen der Muster und Farbtongleichheit verglichen werden. Die Bahnlänge ermittelt man, durch das Messen der Raumhöhe plus 5-10 cm. Wenn die Tapete ansatzfrei ist können alle Bahnen gleich und fortlaufend von der Rolle abgeschnitten werden. Wenn die Tapete ein Muster hat, verschiebt sich das Muster bei jeder zweiten Bahn um die Hälfte des Muterrapports und jede zweite Bahn ist identisch. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Tapeten nur in eine Richtung abgerollt werden.

Tapete/Wand einkleistern

Je nach Tapetenart (Papier- oder Vliestapete) sollte der jeweils passende Kleister verwendet werden. Wenn mit einer Kleistermaschine gearbeitet wird, sollte der Kleister speziell für Kleistermaschinen geeignet sein. In dem Beipackzettel der Tapete ist die Verarbeitung erklärt und welcher Kleister für die Tapete geeignet ist. Der Kleister wird mit Wasser angerührt und muss anschließend lange genug quellen. Nach der Quellzeit muss die Tapetenbahn einer Papiertapete gleichmäßig eingekleistert werden. Die Tapetenbahn muss nun zusammengelegt werden, sodass sich nur die eingekleisterten Seiten berühren. Nach ausreichender Weichzeit von ca. 3-5 Minuten kann die Bahn auf die Wand angebraucht werden. Bei einer Vliestapete wird nur die Wand eingekleistert, so kann die Bahn trocken auf die Wand tapeziert werden.

Tapete ankleben

Die erste Tapetenbahn wird mit einer Wasserwaage ausgerichtet, damit die nachfolgenden Bahnen gerade verlaufen. Es sollte immer vom Licht (Fenster) weg tapeziert werden. An der Decke sollten ca. 3-5 cm überstehen, um evtl. vorhandenen Höhenunterschiede auszugleichen. Danach wird die Bahn mit einer weichen Tapezierbürste oder Moosgummirolle von der Mitte aus zu den Seiten blasenfrei angedrückt. Ggf. sollte die Naht zusätzlich mit einer Nahtrolle bearbeitet werden. Kleisterflecke sollten sofort mit einen Schwamm oder Tuch abgetupft werden, niemals reiben oder wischen. Während der Trocknungsphase sollte starkes Heizen und Zuglüften vermieden werden, da sonst die Nähte aufplatzen könnten. Abschluss Decke und Boden Mit einer Kantenschneideschiene wird der Abschluss an Decke und Fußleiste geschnitten. Durch die Schiene gelingt ein sauberer Abschluss. Die Kantenschneideschiene hat ein speziell geformtes Profil um den Höhenunterschied auszugleichen. Außerdem bleibt die Messerklinge länger scharf und der Untergrund wird bei dieser Methode nicht beschädigt. Ecken richtig kleben Eine Bahnbreite sollte nicht durch die Ecke oder um die Ecke tapeziert werden. 1-2 cm sollte der Überstand betragen, allerdings sollte der Überstand mehrfach quer eingeschnitten werden. Die danach folgenden Bahnen werden an der neuen Wand wieder ausgelotet und neu angesetzt.

Abschluss Decke und Boden

Mit einer Kantenschneideschiene wird der Abschluss an Decke und Fußleiste geschnitten. Durch die Schiene gelingt ein sauberer Abschluss. Die Kantenschneideschiene hat ein speziell geformtes Profil um den Höhenunterschied auszugleichen. Außerdem bleibt die Messerklinge länger scharf und der Untergrund wird bei dieser Methode nicht beschädigt. Ecken richtig kleben Eine Bahnbreite sollte nicht durch die Ecke oder um die Ecke tapeziert werden. 1-2 cm sollte der Überstand betragen, allerdings sollte der Überstand mehrfach quer eingeschnitten werden. Die danach folgenden Bahnen werden an der neuen Wand wieder ausgelotet und neu angesetzt.

Ecken richtig kleben

Eine Bahnbreite sollte nicht durch die Ecke oder um die Ecke tapeziert werden. 1-2 cm sollte der Überstand betragen, allerdings sollte der Überstand mehrfach quer eingeschnitten werden. Die danach folgenden Bahnen werden an der neuen Wand wieder ausgelotet und neu angesetzt.

Fensternischen tapezieren

Die Tapetenbahn wird an einer Seite des Fensters angesetzt, dass der Überstand plus Zugabe bis an den Fensterrahmen reicht. Danach wird die Tapetenbahn an der Fensteroberkante und in der Höhe der Fensterbank eingeschnitten, so dass in der Nische der Überstand geklappt werden kann. Die Überstände werden auf der Fensterbank und am Fensterrahmen abgeschnitten. Anschließend unterhalb und oberhalb vom Fenster tapezieren und auf der anderen Seite des Fensters genauso verfahren. Knifflige Stelle Tür Türen sollen grundsätzlich von einer Seite herantapeziert werden. In der Höhe der waagerechten Oberkante des Türrahmens wird die Tapetenbahn geteilt. Entlang der senkrechten Außenkante des Türrahmens wird die Tapetenbahn vorsichtig angedrückt und der Überstand abgeschnitten. Oberhalb es Türrahmens wird der Überstand ebenso abgeschnitten.

Knifflige Stelle Tür

Türen sollen grundsätzlich von einer Seite herantapeziert werden. In der Höhe der waagerechten Oberkante des Türrahmens wird die Tapetenbahn geteilt. Entlang der senkrechten Außenkante des Türrahmens wird die Tapetenbahn vorsichtig angedrückt und der Überstand abgeschnitten. Oberhalb es Türrahmens wird der Überstand ebenso abgeschnitten.

Hinter Heizkörpern tapezieren

Hinter dem Heizkörper werden von allen Seiten nur 10–20 cm tapeziert. Sollte eine Tapetebahn voll hinter dem Heizkörper verlaufen, wird jede Tapetenbahn in ca. 10 cm schmalen Streifen zugeschnitten und mit einem schmalen Farbroller von oben nach unten durch die Rillen hindurch angedrückt. Leichter ist es aber, wenn hinter dem Heizkörper in der Grundfarbe der Tapete gestrichen wird.

Steckdosen und Lichtschalter

Bevor an Lichtschaltern oder Steckdosen gearbeitet wird, muss unbedingt zuerst der Strom am Sicherungskasten abgestellt werden. Die Steckdosen und Lichtschalter sollten auf jeden Fall mit einem isolierten Schraubendreher, idealerweise mit einem Phasenprüfer abmontiert werden. Mit einem Phasenprüfer kann sicher kontrolliert werden, ob der Storm auch wirklich ausgeschaltet ist. Nach dem Prüfen werden die Blenden von Lichtschaltern und Steckdosen abgenommen, damit ein Tapezieren unter den Blenden möglich ist. Die Tapetenbahnen werden einfach über die Steckdosen und Lichtschaltern tapeziert. Anschließend werden die Erdungskontakte bei den Steckdosen mit der Hand durch die Tapete gedrückt. Bei den Lichtschaltern wird die Tapete kreuzweise eingeschnitten. Nach dem die Tapete getrocknet ist, wird mit einem Cuttermesser der Schalter oder das Steckdosenelement frei geschnitten. Der ausgeschnittene Bereich sollte nicht größer als der Metallrahmen sein, damit die Blende den Ausschnitt komplett abdeckt. Anschließend werden die Blenden wieder montiert.

Borten

Es gibt zwei Arten und Weisen eine Borte zukleben. Bei glatten nicht strukturierten Tapeten wird die Borte auf die Tapete mit einem Bordürenkleber geklebt. Bei strukturierten Tapeten wird die Borte direkt auf die Wand mit dem entsprechenden Kleister geklebt und danach werden die Tapetenbahnen von obern nach unten antapeziert. Um einen sauberen Abschluss zu erhalten, werden die Überstände mit einer Kantenschneideschiene abgeschnitten.

Vliestapeten

Vliestapeten sind besonders schnell und leicht zu verarbeiten. Der Kleister sollte für Vliestapeten geeignet sein. Bei einer Vliestapete entfällt die Weichzeit. Die Wand wird eingekleistert und anschließend wird die Bahn trocken auf die eingekleisterte Wand eingelegt. Vliestapeten sollen immer auf Stoß geklebt werden, da Vliestapeten sich nicht dehnen oder schrumpfen.