Tapezieranleitung

Die Planung

Vor dem Kauf der Tapeten ist es sehr wichtig zu wissen was man genau möchte. Welche Zimmer sollen renoviert werden? Welche Ansprüche haben Sie an die Tapete? Wie sollte die Tapete aussehen? Aus welchem Material sollte sie sein?

Um sich einen ersten Überblick von Farben, Mustern, Materialien und aktuellen Trends zu verschaffen, gibt es einige Möglichkeiten im Internet, in Zeitschriften oder im Fachhandel zu suchen. Ein Besuch im Fachhandel lohnt sich immer!

Hier werden Sie von Fachleuten beraten, haben eine große Auswahl an Produkten und können diese gleichzeitig nach Material und Farbe begutachten. Oft besteht auch die Möglichkeit Tapeten-Kollektionen zur Auswahl mit nach Hause zu nehmen.

Zuhause hat man dann die Möglichkeit die Farben und Materialien mit der restlichen Einrichtung abzugleichen. Der einfache und schnelle Weg ist das Internet. Auch hier wird eine große Auswahl an Tapeten angeboten. Ebenfalls gibt es die Möglichkeit ein Muster anzufordern, bevor man eine große Rollenanzahl bestellt.

Wenn Sie sich für eine Tapete entschieden haben geht’s ums Ausmessen der Räume. Bodenumfang x Wandhöhe = die Größe des Raumes in m². Die Maße einer Euro-Tapetenrolle betragen 10,05 m x 0,53 m. Mit einer Tapetenrolle kann man 5 m² tapezieren.

Gut zu wissen

Bevor man mit dem Tapezieren anfängt sollte man den Strom im Sicherungskasten vom jeweiligen Zimmer ausschalten.

Die Tapete die sie aussuchen kann mehrere Aufgaben erfüllen! Sie kann einen ruhigen Hintergrund schaffen oder Bereiche im Eigenheim verbinden. Sie kann ein Highlight setzen oder Möbel hervorheben.

Tapeten bestehen aus Papier- oder Vliesträger welches auf der Vorderseite bedruckt oder beschichtet ist. Auf einer Tapetenrolle sind immer folgende Produkt Informationen vorhanden.

Der Hersteller, die Artikelnummer, die Anfertigungsnummer und die zu beachtenden Tapeten Symbole. Anhand der so genannten Anfertigungsnummer kann man erkennen, ob alle Rollen aus dem selben Druckgang sind. Wichtig dabei ist es die Rollen vor der Verarbeitung zu kontrollieren, denn sonst kann es zu Farbabweichungen kommen.

Die Symbole, die abgebildet sind zeigen z.B.: ob man die Tapete abwaschen kann oder sie scheuerbeständig oder gut lichtbeständig ist. Jede Tapete hat eine Angabe zum Musterversatz, diese nennen sich Rapport Symbole. Es gibt ansatzfrei, gerader Ansatz und versetzter Ansatz. Weitere Symbole können sein: Tapete einkleistern, Wand einkleistern, vorgekleistert.

Außerdem zeigen die Symbole wie sich die Tapeten später wieder entfernen lassen. Hierbei gibt es restlos trocken abziehbar, spaltbar trocken abziehbar oder nass zu entfernen. Bei Vliestapeten ist es immer von großen Vorteil, wenn Sie die Wände vorher mit einem weiß abgetönten Tapetengrund einheitlich vorstreichen. So vermeiden Sie das Durchscheinen von Flecken und können die Vliestapete restlos trocken abziehen.

Untergrund vorbereiten und prüfen

Bevor Sie mit dem Tapezieren beginnen können, muss der Untergrund tipp topp sein. Das heißt alle alten Tapeten und Untergründe müssen restlos entfernt werden.

Die Wände benötigen Zeit zum Trocknen. Wenn man sich nicht sicher ist kann man den Folien-Test machen! Eine Folie rundum mit Klebeband an die Wand befestigen, wenn sich über Nacht Kondenswasser gebildet hat, muss die Wand noch trocknen. Der Untergrund muss sauber trocken und tragfähig sein.

Danach werden Unebenheiten mit einer Spachtelmasse ausgebessert und anschließend geschliffen. Wenn alles trocken und glatt ist können sie die Wände mit einem Tiefengrund vorstreichen. Das verhindert auch, dass die Wände den ganzen Kleister aufsaugen.

Wenn Sie sich nun für Tapeten mit einem Vliesträger entschieden haben, sollten Sie einen weiß abgetönten Tapetengrund vorstreichen um Flecken oder Durchscheinen zu vermeiden.

Tapezieren mit Vlies

Ganz wichtig vor dem Tapezieren einer Vliestapete ist es die Wände zu grundieren. Dies sollte mit einem Tapetengrund in weiß erfolgen. Der Tapetengrund ist extra für Tapeten mit Vliesträger geeignet und ist schon weiß vorgrundiert.

Da Vliesträger leicht durchscheinend sind, könnten sonst Flecken oder sonstiges zu sehen sein. Alle vier Wände werden nun mit dem dafür vorgesehen Tapetengrund vorgestrichen. Wenn dieser Schritt geschafft ist und die Grundierung getrocknet ist, kann man mit dem eigentlichen Tapezieren beginnen.

Hierzu benötigen Sie folgende Werkzeuge: Tapezier-Bürste, Pinsel, Lammfellrolle, Zollstock, Tapeten-Spachtel, Nahtroller, Cuttermesser, Schere, Spezialkleister für Vliestapeten und natürlich die Tapeten!

Zuerst wird der Spezialkleister mit kaltem Wasser verrührt, dieses sollte in einer kreisenden Bewegung stattfinden. Nach dem Rühren muss der Kleister eine Zeit quellen.

Da der Vliesträger der Tapete dimensionsstabil ist dehnt sich die Tapete weder aus noch zieht sie sich zusammen. Somit kann direkt die Wand eingekleistert und die Tapete trocken ins Kleisterbett eingelegt werden. Hierbei sollte man nicht zu wenig Kleister auftragen, denn so können Sie die Tapete noch ein wenig ausrichten ohne dass sie direkt mit der Wand verbunden ist.

Nun können Sie Bahn für Bahn an die Wand bringen. Hierfür können Sie die Tapeten-Bürste und den Nahtroller benutzen. Die Tapeten Bahn wird zuerst mit der Hand angedrückt und später von oben an mit einer Rolle oder Bürste glatt gestrichen. Aus diesem Grund ein idealer Wandbelag für jeden Hobby Handwerker. Sie sparen Zeit und Kraft. Besonders später beim Tapeten abreißen, denn durch den vorher benutzten Tapetengrund, bekommen Sie die Tapeten mühelos herunter.

Tapezieren mit Papiertapete

Wenn Sie eine Papiertapete verarbeiten möchten, benötigen Sie folgendes Werkzeug: Tapeziertisch, Kleistermaschine, Tapeten-Spachtel, Schere oder Tapetenmesser, Zollstock, Tapezier-Bürste, Kleister und natürlich die Papiertapeten.

In einem großen Eimer mit kaltem Wasser muss der Kleister angerührt werden, dieses sollte am besten in kreisförmigen Bewegungen stattfinden.

Danach werden die Tapeten Bahnen auf dem Tapeziertisch zugeschnitten. Wenn alle Bahnen zurechtgeschnitten sind, müssen diese eingekleistert werden, das kann man wahlweise mit einem Quast machen oder aber die Tapeten durch eine Kleistermaschine ziehen.

Da Papiertapeten quellen müssen und eine Einweichzeit von mindestens 7-10 Minuten brauchen, müssen alle Bahnen zusammen geklappt werden. Das heißt die Bahn wird oben 2/3 und unten 1/3 umgeschlagen. Wenn die Wartezeit um ist und die Tapeten Ihre gewünschte Form angenommen haben kann es ans Tapezieren gehen.

Auch Papiertapeten werden zuerst mit der Hand angedrückt und anschließend, wenn sie richtig sitzen, mit einer Gummirolle oder einer Tapeten-Bürste fest und gleichmäßig glatt gestrichen, sodass keine Falten entstehen und die Luft nach Links und Rechts entweichen kann. Oben und unten kann die überstehende Tapete mit einem Tapeten-Spachtel und einem Tapetenmesser abgeschnitten werden.

Frische Kleisterflecken können solange sie noch Nass sind mit einem feuchten Schwamm oder Tuch entfernt werden. Nach dem Tapezieren darf man nicht zu stark Lüften oder Heizen. Denn sonst könnten sich die Nähte lösen.

Spezielle Tapete

Bei speziellen Tapeten spielt die Optik eine sehr große Rolle. Diese sind meist extravagant und auffällig. Schrille bunte Farben gehören oft dazu. Auch das Material einer Spezialtapete ist mit keiner herkömmlichen Tapete zu vergleichen.

Es gibt die unterschiedlichsten Tapeten. Metallictapeten, Prägetapeten, Korktapeten, Kunststoff –Tapeten, Vinyltapeten und Textiltapeten. Diese speziellen Tapeten brauchen eine ganz besondere Verarbeitung und Klebetechnik.

Hierbei dürfen oft keine Nahtroller verwendet werden, da sonst die einzelnen Präge Strukturen platt gedrückt werden. Bei den hochwertigen Tapeten empfiehlt es sich auch immer einen Doppelnahtschnitt zu machen, um unschöne Kanten zu vermeiden.

Bei einer Metalltapete ist immer darauf zu achten, dass der Untergrund glatt ist und keine Unebenheiten aufweist. Denn diese Tapeten bestehen meist aus einer Metallfolie wie Aluminium deren Oberfläche meist bedruckt oder geprägt wird. Da dieses Produkt einen hohen Glanzgrad besitzt kann jede Unebenheit sichtbar werden.

Einige Tapeten gibt es auch schon vorgeleimt, das heißt man spart sich das Einkleistern der Tapete und muss diese nur noch mit Wasser bestreichen um sie an die Wand zu bekommen.

Für ganz hohe Ansprüche gibt es „schwerentflammbare“ oder “nichtbrennbare“ Tapeten. Diese werden oft für Gefahrenzonen verwendet wie Großküchen oder Hotels. Da all diese Tapeten sehr speziell sind und die Ansprüche für die Verarbeitung recht anspruchsvoll sind sollten diese Tapezierarbeiten von einem Fachmann erledigt werden.

Dachschräge und Decken

Eine Dachschräge zu Tapezieren ist ganz leicht. Grundvoraussetzung vorm Tapezieren ist eine glatte, tragfähige und saubere Wand. Viele Wände verlaufen von der Decke bis zum Boden nicht senkrecht, so genannte Rundbögen werden gerne als Akzente verwendet.

Bei einer Dachschräge muss darauf geachtet werden das die Bahnen beim Tapezieren nicht bis zum Boden durchgezogen, sondern an der Schnittstelle des Sockels neu angesetzt werden. Nur so kann man Hohlräume und Falten vermeiden.

Wenn die Tapete ein Musterversatz hat muss hierbei natürlich besonders darauf geachtet werden. Nun kann der Rest der Dachschräge genauso weiter tapeziert werden. Die Decken sind immer sehr wichtig, diese bringen eine klare Struktur in den Raum. Die Standard-Deckenhöhe liegt in der Regel bei 2,5 mtr. Es gibt natürlich nach oben keine Grenzen.

Wenn noch keine Tapeten tapeziert sind, kann man direkt loslegen, wenn jedoch noch alte Tapeten an der Decke kleben, müssen diese zuerst entfernt werden. Hierbei kann man einige Hilfsmittel zur Hand nehmen.

Ein so genannter Stacheligel macht Löcher in die alte Tapete, der Tapetenlöser läuft in die Löcher und löst den alten Kleister. Wenn alles entfernt ist, können die neuen Tapeten an die Decke tapeziert werden.

Hierbei kann man am Besten mit einem Schnurschlag Linien vormalen um die Tapetenbahnen auch sauber und gerade an die Decke zu bekommen. Danach wird der Kleister auf die Decke aufgetragen. Damit das ganze auch klappt und für eine Person nicht zu kompliziert wird, sollte eine zweite Person mit anpacken. Die erste Bahn wird mit Überstand zur Wand in den Kleister gelegt. So bekommt man den perfekten Anfang.

Anschließend nur mit einem Spachtel und Cuttermesser die Überstehende Tapete abschneiden und fertig ist die Decke.